Unverständnis über Bank-Argumentation

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In Sachen DG-Fonds gleicht eine Verhandlung in weiten Teilen der anderen. Besonders, was die Argumentation der Bankenseite angeht: Zusammengefasst behaupten die Bank-Anwälte, dem Berater wäre nicht zumutbar gewesen, alles zu verstehen, was für die Anlage entscheidend war. Vom Anleger wird jedoch sehr wohl erwartet, dass er die gut versteckten Hinweise in den nur teilweise bereitgestellten Unterlagen hätte erkennen müssen.

Fazit: Volks- und Raiffeisenbanken behaupten zusammen mit der DZ-Bank, dass der Anleger auch fachlich besser informiert sein muss als der Anlageberater. Kunden dieser Banken sollten das wissen, bevor sie sich auf den Weg zu ihrem genossenschaftlichen „Berater“ machen. Auch wenn viele Volksbanken in ihrem Leitbild von „Beratungsverantwortung“ reden – wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen, findet die Bank und deren Anwälte 1000 Gründe, warum die Verantwortung beim Anleger liegt und die Bank „fein raus“ ist.

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3 Antworten to “Unverständnis über Bank-Argumentation”

  1. VobaSchaden Says:

    Den Begriff „Berater“ können die Volksbänker getrost aus ihrem Wortschatz streichen. Wer offenbar so wenig Ahnung hat, das der Klient mehr wissen muß als der Berater je drauf hat, sollte seinen Mitarbeitern besser „Verkäufer“ oder gar „Drücker“ auf die Visitenkarte schreiben. Die haben auch meist wenig Ahnung, geben es aber wenigstens zu.

  2. Bankenkennerin Says:

    VobaSchaden hat recht.

    Dazu kommt, dass die Banklanwälte aus den langjährigen „Beratern“ vor Gericht plötzlich „Vermittler“ machen wollen, damit sie nicht mehr für das verantwortlich sind, was sie verursacht haben.

  3. vrbankopfer Says:

    Aufgrund meiner Erfahrungen mit Geldanlagen bei Volksbanken muss ich mich fragen: „War das eine unvorhersehbare Entwicklung oder vorsätzlicher Anlagebetrug? – Zahlreiche Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken haben in den 90er Jahren auf Anraten Ihrer Bankberater Fondsanteile der DZ-Bank gezeichnet und mit Ihren Ersparnissen oder auch über Kredite finanziert. Versprochen wurde dabei eine solide, wertbeständige Geldanlage, geeignet als Ergänzung zur gesetzlichen Rente. Leider blieben die prognostizierten Erträge aus. Im Gegenteil, die Mieterträge wurden ständig nach unten korrigiert. Dennoch wurde immer wieder ein positives Bild gezeichnet mit der Aussicht auf Besserung. Erst Ende 2006 hielten es die Fondsmanager für nötig, die Anleger über die dramatische Entwicklung zu informieren. Mit vorgelegten Sanierungsplänen wurde die Hoffnung auf eine Rettung der Fonds geschürt. Es wurde nun transparent, dass einige Fonds zum Teil hoffnungslos überschuldet sind. Nun droht der Totalverlust der Einlagen. Dies ist ein Schock für die Anleger.
    Im Glauben auf die seinerzeitigen Empfehlungen haben viele Anleger ihren Bankberatern blind vertraut und den Versprechen auf eine sichere Geldanlage geglaubt. Dass eine Bank langjährige Kunden täuschen könnte, hielten die meisten für undenkbar. Da nun viele Hintergrundinformationen zum Zeitpunkt der Vermittlung und andere Ungereimtheiten im Umfeld der Fondsverwaltung bekannt geworden sind, macht sich bei den Anlegern Enttäuschung und Wut breit. Die Kritik reicht von Falschberatung, Prospektmängel, Missmanagement bei der Fondsverwaltung bis hin zu Anlagebetrug. Im Focus der Kritik stehen neben den vermittelnden Banken insbesondere die DZ-Bank als Initiatorin der Fonds. Offensichtlich haben auch die von den Banken hoch gelobten internen Sicherheitsmechanismen versagt. Auch den Prüfungsverbänden scheinen die überaus optimistischen Ertragsprognosen, die überbewertete Objektkosten und die unverhältnismäßig hohen Anteile an „weichen Kosten“ nicht aufgefallen zu sein. Warnungen aus internen Bankenkreisen wurden zumindest grob fahrlässig ignoriert. Die Quittung hierfür dürften wohl die Anleger bezahlen, da diese bei diesem Prozess das schwächste Glied in der Kette sind. Immer stärker organisiert sich der Widerstand gegen diese Form der „Geldvernichtung“ mit dem Ziel, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Erste Schadensersatzprozesse laufen, und wie man liest, immer häufiger mit Erfolg. Leider gehen die beklagten Banken regelmäßig in Berufung mit der Erwartung, dass die Anleger das Kostenrisiko der nächsten Instanz scheuen werden.
    Die betroffenen Anleger, vielfach ohne Rechtsschutzversicherung, haben da nichts Vergleichbares entgegenzusetzen. Von „Waffengleichheit“ kann da keine Rede sein. Dieser „DZ-Bank-Skandal“ trägt sicherlich nicht dazu bei, die Reputation des genossenschaftlichen Bankenverbundes und der DZ-Bank zu erhöhen. Die beteiligten Banken wären gut beraten, ihre geprellten Anleger möglichst schnell, unbürokratisch und ohne großes Aufsehen zu entschädigen.

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