Erste „Bad-Bank“ wurde schon 1987 von Volks- und Raiffeisenbanken gegründet

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BAG - Die erste Bad Bank Deutschlands

Seit der Finanzkrise 2008/2009 ist das Thema Bad-Bank im Gespräch. Marode Kreditinstitute wollen ihre „Giftpapiere“ aus der Bilanz entfernen, um trotz Spekulationsverlusten in Milliardenhöhe wieder gut dazustehen. Die empörte Öffentlichkeit ärgert sich darüber, dass die Politik unter dem Vorwand der „Ausnahmesituation Finanzkrise“ so etwas duldet.

Doch das System der Bad-Bank ist nicht neu: Schon im Jahr 1987, also über 20 Jahre vor der jetzigen Finanzkrise, hat die genossenschaftliche DG-Bank (heute DZ-Bank) mit der „BAG Hamm“ die erste Bad-Bank gegründet, um die angehäuften Altlasten zu „entsorgen“.

Die BAG Hamm sollte sogenannte Problemkredite von den genossenschaftlichen Banken übernehmen und abwickeln. Bei der BAG Bankaktiengesellschaft handelt es sich dementsprechend um die erste „BAD-Bank“ Deutschlands. Mit der Übertragung der Kredite auf die BAG entzieht sich die DZ-Bank somit ihrer Verantwortung für die von ihr aufgelegten DG-Fonds, indem sie es nun der BAG Bankaktiengesellschaft überlässt, die Not leidenden Kredite abzuwickeln.

Kann ein Fonds seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen, wird die BAG Bankaktiengesellschaft sicherlich nicht zögern, und aus den gestellten Sicherheiten in das Gesellschaftsvermögen, sprich die Fondsimmobilien, vollstrecken. Die Insolvenz des Fonds und damit der Totalverlust der Einlage ist damit vorprogrammiert.

Dieser Sachverhalt lässt vermuten, dass im genossenschaftlichen Lager schon vor über zwei Jahrzehnten Zustände herrschten, wie sie bei anderen Banken erst im Jahr 2008 oder 2009 im Rahmen der Finanzkrise aufgetreten sind. Wenn eine genossenschaftliche Bank also mit dem Slogan wirbt „Finanzkrise – nicht bei uns“, so ist diese kühne Behauptung ganz einfach so zu interpretieren, dass die von der Finanzwelt als „Krise“ empfundene Situation (2008/2009) bei den Genossen schon seit über 20 Jahren Normalzustand ist.

Quelle: BSZ u.a.

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7 Antworten to “Erste „Bad-Bank“ wurde schon 1987 von Volks- und Raiffeisenbanken gegründet”

  1. genossenbankster Says:

    Diese „Bad Bank“ der Volksbanken/Raiffeisenbanken entstand nicht von ungefähr gerade dort, wo sich einer der größten Betrugsfälle im Bankensektor ereignet hat und mit der Pleite der „Hammer Bank“ seinen Lauf nahm. Eingebunden in miese Geschäfte, wie z.B. den Immobilienskandal um die DG Fonds wird diese erprobte Truppe es schon richten. Die notleidenden Pleitefonds der Volksbanken/Raiffeisenbanken, einst gegen satte Provisionen empfohlen und verkauft, finden dort eine fachmännisch erprobte Entsorgung.Zum Schaden der hereingelegten Kunden der Volksbanken und Raiffenbanken in Deutschland.

    • Genosse Says:

      Die BAG wurde mitnichten von der DG Bank gegründet. Sie ist aus der Hammer Bank SparDaKa eG entstanden. Im Übrigen hat keiner der damaligen Genossen Geld verloren, alle haben ihren Anteil erstattet bekommen. Ein wesentlicher Punkt des Genossenschaftswesens ist schließlich die Solidarität! Dementsprechend hat die Solidargemeinschaft über ihre Sicherungseinrichtung die Mittel für diese Mitglieder aufgebracht, während die Vorstände verurteilt worden sind (VV Paul Schulte musste wg. Untreue für mehrere Jahre in den Knast!). Der Staat und damit die Steuerzahler sind weder hier noch in anderen Fällen in Anspruch genommen worden!
      Daran sollten sich HRE, Commerzbank und die Landesbanken mal ein Beispiel nehmen!

      • M. Janssen Says:

        Aha – eine Bad Bank soll einfach so „entstehen“? Ohne dass jemand sie gründet? Lieber „Genosse“ Bad Banks wachsen nicht wie Schnittlauch, sondern sie werden aktiv gegründet. Im Fall BAG Hamm hat man die pleite gegangene Hammer Bank als „Mantel“ für die neue Bad Bank genommen.

        Das ist aber nicht einfach von selbst passiert, sondern wurde vom genossenschaftlichen Verbund unter Führung der DG Bank so ganz bewusst und gezielt so gemacht.

      • vobaschaden Says:

        Hallo, Genosse,
        Ein Urteil, wie das gegen Schulte müßte wieder mal her. IN den Knast gehören die Vorstände der Genossenschaftsbanken, die selbst oder über ihre angestellten Mitarbeiter die DG-Anlagen als „sichere Altersvorsorgeprodukte“ ihren Mitgliedern und Kunden angepriesen haben, dafür fette Provisionen einkassiert haben, ohne es den Betroffenen zu sagen und nach nunmehr über einem Jahrzehnt die reingelegten Kunden noch als „Zocker“ beschimpfen, denn die sicher geglaubte Altersvorsorge entpuppt sich inzwischen als eine von der DZ-Bank ausgesaugte leere Hülle. Diesen Skandal mit Haftstrafen zu bekämpfen ist an der Zeit.

      • volksbankenopfer Says:

        Na wo war denn die von Ihnen angeführte „genossenschaftliche Soliradität“ als sich die ca. 25000 von Volks- und Raiffeisenbanken mit den DG Fonds hereingelegten Kunden Schadensersatz forderten?
        Lieber Genösse, da hörte die Soliradität wohl auf. Im Gegenteil, denn man machte gemeinsam Front mit den Initiatoren, heute DZ Bank. Man trieb die Geschädigten durch die Gerichte. Wirklich kein Beispiel genossenschaftlicher Solidität, als auch Solidarität.

  2. vrbankopfer Says:

    Wenn ich mir die Beratungsqualität bei den genossenschaftlichen Banken der letzten Jahre auf mich wirken lasse, insbesondere im Zuge der Vermittllung von Geschlossenen Immobilienfonds der DG-Anlage, so könnte man eher den Eindruck gewinnen, es hat sich ab ca. 1990 ein Bad-Bank-Virus bei den Volksbanken verbreitet. Symptome: Raffgier und Gedächtnisschwund bei den Bankberatern, Geldvernichtung bei den Anlegern. Von den Konsequenzen für die betroffenen Anleger gesehen, könnte man jede Bank, die DGI-Fonds vermittelt hat und sich weigert, die Anteile zurückzunehmen, als Bad Bank bezeichnen. Und davon gibt es inzwischen sehr viele.

  3. M. Janssen Says:

    Den Unterschied zwischen HRE, Commerzbank und Landesbanken zu den genossenschaftlichen Banken haben Sie richtig, aber nur teilweise ausgeführt:

    Richtig ist, dass bei HRE, Commerzbank und Landesbanken der Steuerzahler für das Versagen der Führung her halten muss.

    Richtig ist aber auch – und das haben sie nicht erwähnt – dass bei den genossenschaftlichen Banken die Mitglieder und Kunden für das Versagen des Managements her halten muss.

    Ich kann mir also überlegen, ob es mir reicht, als Steuerzahler für das Versagen der staatlich gestützten Banken zu „blechen“ oder ob ich zusätzlich als Kunde einer genossenschaftlichen Bank für das Versagen der Vorstände im Verbund geradestehen will.

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