Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

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Ein geschädigter Anleger berichtet: „In den Jahren 1992 bis 1994 hat mir die genossenschaftliche Hausbank Spar- und Kreditbank Karlsruhe insgesamt 3 Anteile an Geschlossenen Immobilienfonds der DG-Anlage GmbH (Tochter der damaligen DG-Bank, heute DZ-Bank) vermittelt. Die Anlagebeträge betrugen insgesamt DM 110.000,–, umgerechnet ca.  € 56.000,–.

Da ich damals schon fast 20 Jahre lang Kunde dieser Bank war, konnte ich davon ausgehen, dass mein Anlageverhalten bekannt war. Zudem war im Laufe der Zeit ein Vertrauensverhältnis entstanden, so dass ich keine Zweifel an den angebotenen Bankprodukten hegte. Obwohl der Bank bekannt war, dass ich bis dato durchweg risikolose, konservative Geldanlagen tätigte, wurden mir diese Fondsanteile angeboten.

Erst 2007 wurde mir bewusst, dass diese Fondsanteile wohl doch nicht die seinerzeit versprochenen Erträge erwirtschafteten und zudem mit erheblichen Risiken behaftet waren, da nunmehr in Anschreiben der DG-Anlage von „Sanierungskonzepten“ die Rede war. Daraufhin habe ich den Vorstand der SKB Karlsruhe mit den gewonnenen Erkenntnissen konfrontiert und eindringlich um Lösungen gebeten, um den Totalverlust meiner Einlagen abzuwenden. Dieser lehnte jedoch jegliche Verantwortung für diese Entwicklung ab und war nicht bereit, mir entgegen zu kommen.

Nach weiteren Verhandlungen wurde mir Ende 2007 ein befristetes Rücknahmeangebot in Höhe von 20% meiner Einlagen gemacht. Da ich dies für völlig unzureichend hielt, habe ich dieses abgelehnt und die Bank ultimativ aufgefordert, mir zumindest meinen damaligen nominellen Anlagebetrag zurück zu erstatten. Der Verzicht auf den entgangenen Gewinn war mein Beitrag zum Kompromiss. Dies wurde rundherum abgelehnt, da die Bank für diese Entwicklung keinerlei Verschulden sähe.

Nunmehr war dies für mich das Signal, meine Zurückhaltung aufzugeben und den Druck auf diese Bank massiv zu erhöhen. Dies waren z. B. Beiträge in der Presse (u. a. Bericht im Spiegel), Beschwerden bei verschiedenen genossenschaftlichen Organen, Protestaktionen vor dem Bankgebäude und schließlich die Einschaltung eines Fachanwaltes für Bankrecht. Auch diese Aktionen konnte die Bank nicht zum Einlenken bewegen. Jegliche Vergleichsvorschläge wurden kategorisch abgelehnt.

Als letztes Mittel sah ich nur noch, den Klageweg zu beschreiten. Dieser wurde inzwischen über die Rechtsanwaltskanzlei AndersenWeyer beim Landgericht Karlsruhe eingeleitet. Aufgrund der inzwischen ergangen Urteile gegen Banken wie Volksbank Montabaur, Volksbank Rhein-Neckar, Volksbank Leutkirch dürften sich die Aussichten deutlich verbessert haben, mein Geld, das ich dieser Bank anvertraut habe, wieder zurück zu bekommen. Darüber hinaus wurde auch der entgangene Gewinn eingefordert. Nur: im Gegensatz zu einem Vergleich wird es sich nicht vermeiden lassen, dass dieser Fall in den Medien behandelt wird.

Als Rentner kann und will ich nicht auf die Rückzahlung meines Geldes verzichten. Geld, das ich der Bank anvertraut habe, um meine Altersvorsorge aufzubessern und nicht, um damit zu zocken. Diese Bank hat alle Chancen verstreichen lassen, sich mit mir ohne großes Aufsehen zu einigen.  Nun muss sie die Konsequenzen dafür tragen. Der Vertrauensverlust in diese Bank und diese Bankengruppe ist immens und nachhaltig.“

Wie heißt es doch: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!“ Ich habe diesen Kampf nicht gewollt, aber diese Bank hat mir keine andere Wahl gelassen.

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4 Antworten to “Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!”

  1. VobaSchaden Says:

    Dem geschädigten Anleger drücke ich fest die Daumen, dass er seine Ersparnisse per Gerichtsurteil zurück bekommt. Der massive Schaden, den er uns tausende anderer Kleinanleger durch diese Geschäftsmodelle erlitten hat, muß ausgeglichen werden. Das fordere ich auch als ebenfalls um meine Altersvorsorge gebrachter Kunde einer Volksbank. Der DG-Anlageskandal darf nicht unter den Tisch gekehrt werden, wie es die Volksbanken und die DZ-Bank beabsichtigen.

  2. Marion Janssen Says:

    Die Herren Vorstände mauern und wollen die kritischen Kunden einschüchtern. Das hat auch Gründe: Wer weiß, was da noch alles ans Licht kommen kann. Allen Geschädigten, die den Klageweg beschreiten, wenn die Bank eine faire außergerichtliche Lösung ablehnt, müssen wir dankbar sein.

    Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

  3. vrbankopfer Says:

    Endlich hat auch ein Oberlandesgericht (Stuttgart) ein Machtwort gesprochen.
    Glauben die Verantwortlichen in den Volksbanken immer noch, sie könnten sich ihrer Verantwortung und auch ihrer Haftung für ihre damaligen Taten entziehen?
    Jeder weiterer Prozess und auch jede Berufung kostet Geld, Geld, das eigentlich den Bankkunden zusteht!

  4. noch_ein_VRbankopfer Says:

    Banken glauben, sie seien Götter, die keine Fehler machen. Bei meiner örtlichen Volksbank werden unerfahrene Jungbänker im Firmenkundengeschäft eingesetzt. Untragbar, die Fehler, die da gemacht werden, sollen ausschließlich die Kunden ausbaden. Ich habe mich gewehrt mit dem Ergebnis, daß mir die Schufa versaut und die Konten gekündigt wurden. Für mich als Freiberufler brandgefährlich. Habe einen Konten- und Kreditsachverständigen eingeschaltet. Von dem entdeckten Schaden aus 5 Jahren kann ich mir einen neuen Mittelklassewagen kaufen. Ich habe sogar Namen und Adresse eines weiteren Geschädigten. Leute, diese Maschen haben System! Wir müssen uns alle wehren!

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