Jetzt auch Friedrichshafen: Volksbank wegen Schmiergeld verurteilt

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Die Volksbank Friedrichshafen muss einem Kunden wegen einer fehlerhaften Anlageberatung aus dem Jahr 1992 Schadenersatz bezahlen. Das Landgericht Ravensburg verurteilte die Volksbank zur Rückzahlung des angelegten Betrages zuzüglich des entgangenen Gewinns.

Der Anleger aus Langenargen bekommt seinen gesamten Einsatz in Höhe von 26 800 Euro zurück plus 17 800 Euro entgangenem Gewinn. Der Mann hatte damals einen geschlossenen Immobilienfonds gekauft. Die Volksbank hatte den Fehler begangen, nicht zu erwähnen, dass sie dafür Provisionen erhalten hatte und damit einem Interessenkonflikt unterlag. Ihr Argument, 1992 über die Aufklärungspflicht nicht Bescheid gewusst zu haben, ließ das Landgericht Ravensburg nicht gelten. Schadenersatzansprüche aus falscher Beratung bestehen oft über viele Jahre. Erst wenn man festgestellt hat, dass die Anlage mit Risiken behaftet ist oder dass die Bank Provisionen bekommen hat, beginnt die Verjährungsfrist. Danach hat man mit einer Klage noch drei Jahre Zeit. Der Langenargener hat es 2007 bemerkt. Gerichtliche Klagen wegen fehlerhafter Anlagenberatungen haben in letzter Zeit zugenommen. Ein Sigmaringer bekam vor kurzem 29 000 Euro plus Zinsen zugesprochen. Wegen einer Anlagenberatung aus dem Jahr 1995.

Quelle: SWR

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2 Antworten to “Jetzt auch Friedrichshafen: Volksbank wegen Schmiergeld verurteilt”

  1. VobaSchaden Says:

    Die Fälle falscher Beratungen durch Volksbanken sind offenbar reichlich vorhanden. Ob mangelnde Kompetenz oder bewußte Verschwiegenheit über die Provisionen, um den Kunden auf den Leim zu führen, bleibt noch offen. Gut ist, dass die Richter allmählich erkennen, dass den so Geschädigten Schadenersatz zusteht. Hoffentlich fassen die Kunden Mut, gegen die Volksbanken vorzugehen. Besser wäre natürlich, die genossenschaftliche Selbsthilfe würde greifen und die Banken von sich aus ihre Opfer entschädigen – und zwar alle!

  2. vrbankopfer Says:

    Erst falsch beraten, Provisionen kassieren und dann hinterher versuchen, die Verantwortung dafür abzulehnen: das ist die Wirklichkeit bei vielen Volks- und Raiffeisenbanken.
    So geht man nicht mit seinen Mitgliedern um.
    Endlich hat ein Gericht mehr dem Kunden geglaubt!

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