Volksbank-Vorstände ohne Urlaubsfreude

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Urlaub bei der Volksbank?Der eine Teil der Republik ist schon im Urlaub, beim Rest beginnen demnächst die Ferien. Während viele geschädigte Anleger zum ersten Mal seit Jahren ihren Urlaub dieses Jahr in vollen Zügen genießen können, tragen Volksbank-Vorstände eine schwere Last mit sich herum, die ihnen die Urlaubslaune gründlich verderben könnte. Grund sind die aktuellen Entwicklungen in Sachen DG-Fonds: Nachdem man in den Vorstandsetagen jahrelang glaubte, man könne Anleger nach beliebem schädigen und müsse dafür nicht gerade stehen, hat der Bundesgerichtshof kürzlich klar gestellt, dass es so nicht geht: Auch Anleger von Volks- und Raiffeisenbanken sind keine rechtslosen Subjekte. Für manche Bankvorstände ist dies dem Benehmen nach offensichtlich völlig neu.

Auf viele Volks- und Raiffeisenbanken im Land kommen nun Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe zu. Zahlreiche Anleger hatten jahrelang versucht, auf außergerichtlichem Wege eine gütliche Einigung mit ihrer Bank zu erzielen. Die Banken hatten es größtenteils hartnäckig abgelehnt, auf derartige Bemühungen einzugehen. Anleger, die trotzdem zu ihrem Recht kommen wollten, mussten den Klageweg beschreiten. Dies haben einige getan – und nachdem die aktuelle Rechtssprechung eine klare Sprache spricht, werden wohl noch viele folgen. 22.000 Anleger haben informierten Kreisen zufolge alleine durch DG-Fonds, die von Volks- und Raiffeisenbanken als „sicher und wertbeständig“ angepriesen wurden, ihre Altersvorsorge oder verloren. Anleger, die von Anfang an gerichtlich gegen ihre Bank vorgegangen sind, haben gute Chancen auf eine vollumfängliche Entschädigung.

Für die Banken ein schlechtes Geschäft: Statt die Sache mit einer ordentlichen Entschädigung zügig zu erledigen, haben sie nun jahrelange Prozesse am Hals und müssen am Ende die klagenden Anleger vollständig entschädigen und darüber hinaus für Anwalts- und Gerichtskosten in beträchtlichem Umfang aufkommen. Unnötige Kosten, die letztendlich als Belastung von den Mitgliedern zu tragen sind. Diese wiederum werden wenig Verständnis für das unüberlegte, halsstarrige Vorgehen der Vorstände haben.

In gut geführten Unternehmen wird ein angerichter Schaden üblicherweise ohnehin auf Kulanzbasis ersetzt wird, um größeres Aufsehen zu vermeiden und die eigene Unfähigkeit nicht noch in die Öffentlichkleit zu transportieren. Die Volksbanken-Vorstände müssen scho nsehr verblendet gewesen sein, als sie sich dafür entschieden haben, ihre eigenen Mitglieder liber vor Gericht zu zerren, um sich von den Richtern erklären zu lassen, dass sie auf dem Holzweg sind. Der entstandene Imageschaden für die einstmals seriös gehandelte Bankengruppe ist jedenfalls beträchtlich.

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8 Antworten to “Volksbank-Vorstände ohne Urlaubsfreude”

  1. VB Opfer Says:

    Prima, die Kommunikation schafft Transparenz und die Bereitschaft, den Klageweg zu beschreiten.
    Vielleicht sind inzwischen manche Richter/innen dahintergekommen, welche Pfründe von Bankvorständen bis heute noch bestehen, die einen fairen Umgang mit Kunden verhindert haben.

  2. vobageschaedigt Says:

    Ja so geht es, wenn man 22.000 betrügt.
    Es wurde vorallem auf eine zusätzliche Altersvorsorge, gesicherte Mieteinnahmen u.a.. Das alles ist nie eingetreten. Trotz Nachfrage bei der Volksbank war nie eine richtige Antwort zu bekommen, sondern nur Vertröstungen!!
    Hoffentlich müssen die Volksbanken richtig blechen!

  3. genossenbankster Says:

    Wer sich jahrelang nicht der Verantwortung stellt und mit Hinhalten, Verzögern usw. geschädigte Anleger behandelt, darf sich nicht wundern, wenn jetzt die Kosten einer Lösung über den Rechtsweg sehr hoch werden. Die Taktik, sich „billig vom Acker zu machen“, scheint wohl nicht aufzugehen.
    Mich wundert, dass der genossenschaftliche Bankenverbund die Veranwortlichen um DZ Bank Chef Kirsch nicht zur Rechenschaft zieht.

  4. Voba-Balingen-Ex-Kunde Says:

    Anscheinend scheint es bei allen Vobas gleich zu laufen. Jedenfalls trifft diese Beschreibung 100 % ig auf die Volksbank Balingen zu. Man hat uns jahrelang verarscht und jetzt, wo der Kittel brennt, kommt man plötzlich mit 50 % Entschädigungsangebot daher.

    Doch jetzt ist’s zu spät. Am Anfang hätte ich vielleicht 50 % akzeptiert. Jetzt, wo die Lage klar ist, sind 200 % angemessen. Das lässt sich auch gerichtlich durchsetzen. Die Volksbank kann entscheiden, ob sie sich die Prozesskosten sparen will oder nicht.

  5. Hertkorn Horst Says:

    Jetzt ist wichtig , daß man sich mit 50 oder 70 % nicht abspeisen lässt . Habe auch RA beauftragt Klage zu erheben.

  6. vobaschaden Says:

    Wie ich die Geno-Bangster einschätze, werden sie auch weiter in Urlaub fahren und die Mitglieder müssen beides zahlen: Sowohl das Urlaubsgeld für die Vorstände und Berater als auch den Schaden, den man vielen Kleinanlegern zugefügt hat. Aber immerhin kommt das Gefühl von zunehmender Gerechtigkeit für die Geschädigten auf.

  7. volksbankenopfer Says:

    In dem nachstehenden Artikel mit seinen Kommentaren werden die Bankvorstände von Volksbanken/Raiffeisenbanke/Südwestbanken als „Zwerg-Ackermänner“ bezeichnet.

    http://www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/region/sonstige;art16305,1889332,B

    Dem ist nicht viel hinzuzufügen, allerdings….

    Diese lokalen „Bankdirektoren“ tragen in ihrem Bereich die „lokale Verantwortung“, müssen allerdings im Gemisch des Genossenschaftlichen Bankverbundes mitziehen und die „Nachbearbeitung“ gewisser Produktspezialisten dulden. Nur so ist erklärlich, dass von Anfang an fusskranke Produkte, wie DG Fonds, Cobold Anleihen unters Volks gebracht wurden. Der Verkauf dieser Produkte ist mit satten Provisionen ausgestattet. Geht’s mal schief (siehe Beispiele oben) will es keiner gewesen sein.
    Neuerdings wollen die „nachbearbeitenden Produktspezialisten“ vermögende Kunden aufspüren, lächerlich, denn diese Macher haben es bisher nocht nicht einmal verstanden, einfache Immobilienfonds (siehe Pleitefonds der DG Anlage) zu managen.

  8. Den Namen sag ich nicht Says:

    Volksbanken/Raiffeisenbanken/Südwestbanken:
    Den Armseligen „Zwerg-Ackermännern“ sind Kundeninteressen oder eigene Mitarbeiter zweitrangig ….

    Die Schädigungen für den genossenschaftlichen Bankenverbund, angerichtet von der DG Bank (heute DZ Bank) im Verbund mit Volksbanken und Raiffeisenbanken werden allmählich öffentlich.
    Die vielen Pleitefonds der DG Anlage (DG Fonds) sprechen für sich.

    Es sieht aber so aus, als wenn auch ich mich in Kürze mit meiner Bank einigen werde – noch vor 2 Jahren undenkbar. Um es klar zu sagen: Ich muss über die Entschädigungshöhe schweigen, aber nur soviel: 50 % wären mir bei weitem zu wenig gewesen. Das hat die Bank wohl kapiert.

    Bei ruhigem Nachdenken fragte ich mich, warum die vielen VR-Banken nicht längst den Aufstand gegen ihre Zentralinstitute, spez. die DZ-Bank gewagt haben und stieß auf eine plausible Antwort, die was mit der menschlichen Natur der meisten zu tun hat:

    Erinnern wir uns an das frühere Tankstellensterben? So mancher V/RBank-Vorstand glaubt, um seine Existenz zu kämpfen. D.h. er hat die Hoffnung zu überleben, wenn er im Wortsinne seine benachbarten Wettbewerber der eigenen Gruppe überlebt. Dazu ist ihm jedes Mittel recht. Das Interesse der Kunden und eigenen Mitarbeiter ist dabei zweitrangig. Es wird nichts nützen, wie wir aus der Historie mit vergleichbaren Situationen wissen, was aber im Einzelfall die Betreffenden nicht veranlasst, der Wahrheit des Bankplatzsterbens ins Auge zu sehen und dieser mit eigener Expansionsstrategie zu begegnen. Übrigens, meine Volksbank ist bisher relativ erfolgreich diesen Weg gegangen, muss ihn aber konsequent fortsetzen.

    Diese Mentalität bei gegebener Situation machen sich die Vorstände der DZ-Bank u.a. Zentralinstitute zunutze. In ein paar Jahren ist der Spuk vorbei und nur noch in zentralen Orten wird es 1-2 Bankfilialen als Full-Service-Center geben.

    Die Politik hat die Bequemlichkeit (und staatliche Kontrollierbarkeit) des bargeldlosen Zahlungsverkehrs längst für sich entdeckt. Nur bei gleichzeitiger Niedrigzinspolitik wegen überhöhter Staatsschulden geht die Gleichung nicht mehr auf. Nach kostenlosen Girokonten zu rufen und den Wettbewerb unter den Banken anzuheizen und gleichzeitig voll auf geordnete Verhältnisse im Bankengeschäft zu setzen, sind unlösbare Widersprüche, weil es diesem die notwendigen finanziellen Grundlagen entzieht. Im Kreditgeschäft der Fläche wird doch kaum noch Geld verdient. Kundeneinlagen legen die Banken aus Not doch selbst zu riskant an und verstoßen dabei permanent auf die goldene Bankregel der Fristenkongruenz. Also werden wir zunehmend auch Bankpleiten erleben.

    Schon vor über einem Jahrzehnt war klar, dass der Personalaufwand im Bankensektor insgesamt um 2/3 reduziert werden muss. Außer drastischer Zunahme dubioser Geschäfte, begleitet durch Verwässerung von Bilanzregeln, das sukzessive Öffnen des europäischen Finanzmarktes (vorne dran halt auch der deutsche) für Zockermanieren à la USA verstärkten diesen Trend. Das rächt sich für die Branche in absehbarer Zeit fürchterlich.

    Ich habe am Anfang meines Berufslebens Bankkaufmann gelernt. Bin ich heute froh, dass ich bald merkte, dass die Ochsentour zu lang dauert und die Ochsen ständig beschissen und geprügelt werden. Ich entschloss mich zum Neubeginn, einer kritischen Offenheit gegenüber jedweden Berufschancen, die sich danach ergaben. Es war die beste Entscheidung meines Lebens, die ich, damals gerade 22jährig völlig autonom treffen musste und getroffen habe.

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