Volksbank Kraichgau: Heimliche Provision wird zum Verhängnis

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Die Rechtsprechung für Kickbacks wird auch auf Policen angewandt. Das Landgericht Heidelberg hat die Volksbank Kraichgau zu Schadensersatz verurteilt, weil sie ihre Provision für den Abschluss einer Lebensversicherung verschwiegen hatte. Im konkreten Fall in Heidelberg hatte sich ein älteres Ehepaar 2007 in der Bank beraten lassen und 50.000 Euro in eine fondsgebundene Lebensversicherung einer R+V-Tochter einbezahlt. Gut ein Jahr später lag der Wert nur noch bei 42.594,40 Euro. Der Ehemann fühlte sich falsch beraten und zog vor Gericht. Dabei erfuhren die Kunden auch, dass nicht der gesamte Betrag investiert wurde, sondern vorab ein erheblicher Anteil für Provisonen abgezogen wurde und die angebliche Rendite nur aus dem tatsächlich investierterten Betrag berechnet wird. Tatsächlich sprach ihm das Landgericht 50.000 Euro Schadensersatz plus Zinsen zu. Im Gegenzug erhält die Bank die Police.

Quelle: Capital

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3 Antworten to “Volksbank Kraichgau: Heimliche Provision wird zum Verhängnis”

  1. volksbankenopfer Says:

    *Skandal wird endlich öffentlich*

    Auch die Genossen einiger Volks- und Raiffeisenbanken im heimischen Raum haben diese maroden DG-Fonds vertrieben. Auch hier lief der Vertrieb nach dem beschriebenen Muster ab. Ohne die für eine seriöse Beratung notwendigen Prüfungen wurden die DG-Fonds rücksichtslos verkauft. Obwohl es schon damals in der einschlägigen Presse, die für einen vernünftigen Bankberater eigentlich zur Pflichtlektüre gehört, Warnungen gab. Statt dessen wurde im Interesse der üppigen Provision, ohne eigene Prüfung, mit den falschen Angaben der DZ-Bank und der DG Anlage die Privatkunden abgezockt.

    Auch bei der Nachbetreuung der betrogenen Anleger wurde keinerlei Hilfe angeboten, obwohl schon vor ca. acht (!!) Jahren für die Banken das Maleur absehbar war. Die Anleger wurden stattdessen vertröstet. Wenn diese Geschäftspolitik so weiterverfolgt wird, werden sich mit Sicherheit die konkurrierenden Bankinstitute in der Region über regen Zulauf freuen können.

    Ich bin selbst Geschädigter und habe schon seit einigen Jahren Kontakt zu anderen Geschädigten im ganzen Bundesgebiet. Dort gibt es Fälle wo älteren Leuten 6-stellige €-Beträge abgenommen und diese um ihre Altersvorsorge betrogen wurden. Selbst vor den eigenen Mitarbeitern wurde nicht zurückgeschreckt.

    Ich verfolge das ganze schon längere Zeit und nehme erfreut zur Kenntnis, dass langsam auch bei den Verantwortlichen im genossenschaftlichen Lager die Erkenntnis reift, dass eine Entschädigung ansteht. Auch wenn die genannten Quoten lächerlich sind. Ich kann die Medien nur ermuntern an dieser Sache weiter dran zu bleiben, da lässt sich noch vieles aufdecken. Bei den Anlegern handelt es sich i.d.R. nicht um gut betuchte Spekulanten, die möglichst viel Steuern sparen wollten, sondern sehr oft um Anleger, die heute im Rentenalter sind und Geld für Ihre Altersvorsorge anlegen wollten. Sie wurden mit einer sicheren Immobilienanlage angelockt. Diese Anleger haben Ihren örtlichen Bankberatern, mit denen Sie schon jahrelang zusammengearbeitet haben, vertraut, und stehen jetzt mit leeren Händen da.

    Die Banken haben die Provisionen abkassiert und anschließend Ihre Kunden im Regen stehen lassen.

  2. Marina Sellisch Says:

    Es ist sehr gut, dass die meist verschleierten Provisionen und Boni der Banken durch solche Urteile öffentlich werden. Auch der Beitrag hier in diesem Blog ist sehr sinnvoll und sollte hoffentlich einigen Versicherten die Augen öffnen. Es ist leider so, dass die meisten Vermittler und Banken nicht mehr die beste Kapitallebensversicherung empfehlen, sondern nur noch die mit der größten Provision. Für die Verbraucher bedeutet dies noch größere Verluste, denn je mehr die Bank abzweigt, umso geringer wird die Rendite der abgeschlossenen Lebensversicherung.

  3. Sandra Says:

    Ich schließe mich meinen Vorrednern an, solche Provisionen und Boni sollten immer offen gelegt werden. Ich finde sie ja gar nicht per se schlimm. Wenn alle davon wissen kann auch jeder selber Entscheiden, ob er es akzeptieren kann oder zur Konkurrenz geht. Schlimm ist, dass so viele behaupten neutral und nur im Kundenwunsch zu arbeiten und es dann nicht tun.

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