Südwestbank legt Berufung ein

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Stuttgart. Es ist immer wieder das selbe Spiel: Zuerst fällt das Landgericht – in diesem Fall Stuttgart – ein eindeutiges und wohl begründetes Urteil zugunsten eines klagenden Anlegers, der durch die „Beratungsleistung“ seiner Bank seine Altersvorsorge verloren hat. In schöner Regelmäßigkeit ziehen die beklagten Banken – im aktuellen Beispiel die Südwestbank – in Berufung. Und das obwohl mittlerweile über alle Instanzen klar ist, dass die Banken bei heimlichen Provisionen (Schmiergeldzahlungen) für den aus der Falschberatung entstandenen Schaden haften.

Mit der aktuell in Stuttgart eingelegten Berufung trägt die Südwestbank also erneut dazu bei, dass Gerichte unnötig beschäftigt werden. Offensichtliches Ziel ist es, möglichst viele rechtskräftige Urteile zu verhindern, bis die Verjährung eingetreten ist, um andere Anleger von einer Klage abzuhalten. Man darf gespannt sein, ob die Südwestbank es zu einem Urteil in zweiter Instanz kommen lässt oder ob sie – wie üblich – kurz vorher die taktisch eingelegte Berufung wieder zurücknimmt und das erstinstanzliche Urteil akzeptiert.

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2 Antworten to “Südwestbank legt Berufung ein”

  1. vobaschaden Says:

    Den Volksbanken bzw. der Südwestbank geht es wohl nur darum, die Klagewelle noch aufzuhalten, die wie nach einem Dammbruch über sie hereinbrechen würde. Schließlich sind es viele tausend Anleger, die damals hinters Licht geführt wurden. Wenn die alle klagten und Recht bekämen, wäre die ganze Bankengruppe nahe am Untergang: einerseits wegen der auszugleichenden Schadenssumme, andererseits wegen des komplett verlorenen Vertrauens ihrer Kunden in die Seriosität der Beratung.

  2. vrbankopfer Says:

    Wie die meisten der sogenannten „Beraterbanken“ schielt diese Bank auf den 1.1.2012, da ab diesem Termin die Schadensersatzansprüche aus der Vermittlung von den Geschlossenen Immobilienfonds aus den 90er Jahren verjähren.
    Dieses Verjährungsgeschenk haben wir der letzten Bundesregierung zu verdanken, als sie leichtfertigerweise das entsprechende Schuldrecht zugunsten der Bankenlobby geändert haben. Ohne Not wurde 2002 die Verjährungsfrist für diese Bankprodukte von 30 auf 3 Jahre geändert.
    Wirksamer Verbraucherschutz sieht anders aus. Damit wurden die Finanzdienstleister für ihre schlechte Beratungsqualität noch belohnt. Steuerzahler und Bankkunden dürfen nun die Zeche bezahlen.

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