DG-Fonds: Volksbank Montabaur Höhr-Grenzhausen muß in einem weiteren Fall Anleger entschädigen

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Der Anleger, ein Diplom-Agraringenieur aus Bad Hersfeld, hatte damals nie Zweifel, dass er seine Geldanlage bei der Volksbank Montabaur Höhr-Grenzhausen in sichere Hände gegeben hat. Da er im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit auch Führungskräfte des genossenschaftlichen Bereiches schulte, baute sich im Laufe der Zeit ein Vertrauensverhältnis zu Genossenschaften auf.

Daher hatte er damals auch ohne Bedenken seine Bankgeschäfte einer Genossenschaftsbank anvertraut. Nunmehr musste er seine Meinung revidieren, da er bei seiner damaligen Hausbank Anteile an mehreren DG-Fonds gezeichnet hatte, die sich aus heutiger Sicht nun als Fehlinvestition herausstellte. Es blieben nicht nur die prospektierten Erträge aus, nein, darüber hinaus kann er aufgrund der wirtschaftlichen (Fehl-)Entwicklung nicht mit einer Rückzahlung seiner Einlage rechnen. Nachdem gütliche Einigungsversuche mit der Bank scheiterten, blieb ihm nur die Hoffnung, mittels juristischer Hilfe wieder an seine Einlage heranzukommen.

Auf Empfehlung der Volksbank Montabaur Höhr-Grenzhausen hatte er Anteile an den DGI-Fonds Nr. 28, 30 und 32 gezeichnet. Natürlich hat er aufgrund seiner Verbindung zum Genossenschaftsbereich der Empfehlung seines Beraters vertraut, da er beruflich stark eingespannt war und sich nicht intensiv mit komplexen Geldanlagen beschäftigen konnte. Eine fachkundige und anlegergerechte Beratung sah er bei dieser Bank als selbstverständlich an.

Am 24.11.2011 fand unter Beobachtung von zahlreichen Zuhörern die Verhandlung vor dem LG Koblenz statt.

Obwohl die beklagte Bank schon vor dem Landgericht Koblenz wegen eines ähnlichen Falles unterlegen war, meinte sie, dass in diesem Fall die Kick-Back-Rechtsprechung nicht greifen könne. Die Rechtsanwältin der Beklagten glaubte, mit der Tätigkeit des Zedenten für den Genossenschaftsbereich punkten zu können. Durch die Schulung von Führungskräften von Genossenschaften hätte er durchaus Kenntnis von Bankprovisionen haben können. Ihm musste in seiner Position doch klar gewesen sein, dass die Bank an diesen Geschäften etwas verdienen muss. Dass diese Führungskräfte aus dem landwirtschaftlichen Bereich kamen, wurde geflissentlich verschwiegen. Darüber hinaus fühlt sie sich zu Unrecht angeklagt, da der Anleger nacheinander 3 Anteile von DG-Fonds gezeichnet hätte. Somit wäre die Kausalität nicht gegeben.

Weiter führte die Beklagtenseite aus, dass nach ihrer Auffassung die Definition der BGH-Entscheidungen durchaus strittig ist, da hier keine aufklärungsbedürftigen Rückvergütungen vorlägen. Es wären nur offen ausgewiesene Kosten darzulegen. Ferner könne die Klägerseite nicht nachweisen, dass die Bank 8% Vermittlungsprovision erhalten habe. Der Anwalt des Klägers, Herr Dr. Schulze, bot darauf im Bestreitensfalle eine Zeugenvernehmung von Frau Ute Knöbel von der DG Anlage an. Frau Ute Knöbel hatte in einer Verhandlung vor dem Landgericht Karlsruhe zu Protokoll gegeben, dass die Banken für die Vermittlung von DG-Fonds-Anteilen eine Vermittlungsprovision von 8% erhalten haben.

Auf die Aufforderung an die Parteien zu einer gütlichen Einigung mittels eines Vergleiches wurde von der Beklagtenpartei 50% angeboten. Aufgrund der Rechtslage und den Ergebnissen vergleichbarer Verhandlungen wurde dieses Angebot abgelehnt. Dennoch war seitens des Klägers eine Bereitschaft zu einem Vergleich vorhanden, insbesondere deshalb, da der Anleger ernsthafte gesundheitliche Probleme und zudem keine Rechtsschutzversicherung hatte. Eine weitere nervliche Belastung verbunden mit einem Kostenrisiko für weitere Verhandlungen wollte der Anleger nach Möglichkeit vermeiden.

Beide Parteien berieten sich und einigten sich danach auf eine Vergleichsquote von 70%.

Immerhin hat der Anleger damit etwas mehr als 20.000,– € erstritten und in etwa seinen Anlagebetrag zurück erhalten. Somit kann man diese Verhandlung als Erfolg verbuchen, da die Bank außergerichtlich keine Angebote gemacht hatte.

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4 Antworten to “DG-Fonds: Volksbank Montabaur Höhr-Grenzhausen muß in einem weiteren Fall Anleger entschädigen”

  1. Gerhard Mayer Says:

    Wie lange wollen die Genossen eigentlic hdie Gerichte noch belasten mit ihrem Sch….? Es ist doch längst klar, wie die Rechtslage ist. Warum dann jedes Mal von vorne diskutieren und massenweise Kosten produzieren, die den Mitgliedern hängen bleiben?

  2. vrbankopfer Says:

    Wieder ein Fall, in dem eine Genossenschaftsbank und deren Rechtsvertreter glaubten, die inzwischen klare Rechtsprechung des BGH ad absurdum führen zu können. Dank des Engagements und der fundierten Argumentation des Klägeranwaltes, Dr. Schulze aus Schweinfurt, ging diese Rechnung nicht auf. Inzwischen sollte es sich doch bei den Bankenanwälten herumgesprochen haben, dass man dies mit diesem Klägeranwalt nicht machen kann. Vielleicht hoffte die Beklagtenseite, mit ihrer merkwürdigen Argumentation bei der Richterin Eindruck zu machen und damit die Bank zu exculpieren. Diese „Nebelkerzen“ werden immer wieder gezündet, Sie sind wohl verzweifelte Versuche, die Verhandlungen für die Beklagtenseite positiv zu beeinflussen. Aber auch die meisten Richter haben inzwischen dazugelernt. Und die höchstrichterliche Rechtsprechung ist dort ja auch bekannt.
    Na ja, man kann es mal versuchen.Aber dieser Versuch ist wohl gründlich daneben gegangen. Recht so.

  3. vobaschaden Says:

    Auch dieser Fall zeigt, dass nur eine Klage gegen die Volksbank hilft, um an seine einst angelegten Ersparnisse zu kommen. Aber die Zeit, um Klage einzureichen wird nun knapp. Zum Jahresende ist dann tatsächlich Verjährung, so dass jeder, der seine Rücklagen wieder haben möchte, nun allerspätestens den juristischen Weg entschieden gehen muß. Wer noch zögert, verliert dann alles.

  4. volksbankenopfer Says:

    Bemerkenswert, dass die Leiterin des Anlegerservices der DG Anlage, die Steuerberaterin Frau Ute Knöbel vor Gericht bestätigt hat, dass die Volks- und Raiffeisenbanken Schmiergelder in Höhe von 8% erhalten haben. Endlich rückt eine, die es wohl wissen muss, mit der Wahrheit heraus. Die vielen Volksbanken/Raiffeisenbanken können wohl jetzt nicht weiter behaupten „nichts an Provision“ erhalten zu haben.

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