Volksbank Friedrichshafen auch in zweiter Instanz chancenlos

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Die Volksbank Friedrichshafen hatte ihre Verurteilung zur Schadensersatzzahlung zugunsten eines DG30-Anlegers nicht akzeptiert und Berufung zum OLG Stuttgart eingelegt. Bereits in erster Instanz war die Volksbank durch ungewöhnlich schwachen Sachvortrag aufgefallen und hatte ihr Heil in einmaligen Verzögerungstaktiken gesucht.

RSCW Rechtsanwälte

 

 

Insgesamt drei Verhandlungstage waren vor dem Landgericht Ravensburg vonnöten. Spät wurde durch die Volksbank der DZ Bank der Streit verkündet, sodass ein zweiter Termin nötig wurde, um den „Streithelfern“ rechtliches Gehör zu verschaffen, obwohl im Termin seitens der Streithelferin nichts gesagt wurde und dieser allein zehn Minuten andauerte. Wegen einer unterbliebenen Ladung kam es zum dritten Termin. Der vom Gericht abgefragten Zustimmung zu einer Entscheidung im schriftlichen Verfahren wurde bankseitig eine Absage erteilt, obwohl das Landgericht Ravensburg den Rechtsstreit schon nach dem ersten Verhandlungstag als entscheidungsreif im Sinne des Anlegers ansah. „Dann muss Dr. Schulze halt ein weiteres Mal aus Schweinfurt anreisen“, so Rechtsanwalt H. für die Volksbank Friedrichshafen.

Ohne Beweisaufnahme verurteilte das Landgericht Ravensburg die Volksbank sodann zu vollständiger Rückzahlung des Anlagebetrags, was Rechtsanwalt H. nicht akzeptierte. Er legte für die Volksbank Berufung ein und begründete diese abermals eher mäßig.

Das OLG Stuttgart machte nun deutlich, daß die Berufung keine Erfolgsaussichten habe, nachdem es ausführlich und zutreffend die zwischenzeitlich eindeutige Rechtslage dargelegt hatte.

Auch würdigte das OLG das Prozessverhalten der Volksbank dahingehend, dass es anmerkte, dass die Bank zum einzig potentiell erfolgreichen Aspekt der bankseitig möglichen Verteidigung nichts Relevantes vorgebracht habe und sich stattdessen mit Nebenkriegsschauplätzen wie dem rechtlichen Gehör der Streithelferin abgegeben habe.

Den gerichtlichen Vergleichsvorschlag auf Rückzahlung von 90% der Anlagesumme akzeptierte die Volksbank nicht.

„Besonders bemerkenswert ist, dass der Anwalt der Volksbank Friedrichshafen selbst DG-Anleger vertritt und im Prozess angab, in diesen Verfahren Vergleiche von 1/5 des Anlagebetrages zu schließen“, so der abermals erfolgreiche Schweinfurter Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Dr. Michael Schulze. „Solche Vergleiche liegen aber noch unterhalb der ohnehin unangemessenen aber üblichen außergerichtlichen Vergleichsangebote der Genossenschaftsbanken in DG-Sachen“, so Dr. Schulze weiter.

Erneut hat sich gezeigt, daß trotz eindeutiger Rechtslage allein die Beauftragung eines sachkundigen und spezialisierten Anwalts zum Erfolg führt.

„Die Volksbank Friedrichshafen erörtert nunmehr, ob sie Ihre aussichtslose Berufung zurücknehmen wird“, so Dr. Schulze. Ansonsten wird es eben einen weiteren Eintrag auf der wöchentlich längeren Urteilsliste des Schweinfurter Anwalts geben.

Allerdings droht zum 31.12.2011 der Eintritt der absoluten Verjährung, weshalb Betroffene DG-Anleger nicht weiter zuwarten sollten.

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5 Antworten to “Volksbank Friedrichshafen auch in zweiter Instanz chancenlos”

  1. volksbankenopfer Says:

    Ein weiterer Fall, der klarstellt, dass Geschädigte, die n i c h t klagen, den Genossenbankern Geld schenken. Darauf wartet man wohl bei den Initiatoren um die maroden DG Fonds. Allerdings sollte man vorsichtig sein, w e n man mit der Rechtsvertretung beauftragt. Dieses Beispiel zeigt mal wieder, dass hier eine kompetente Rechtsvertretung für den Geschädigten am Werke war. Nur dann kann den anwaltlichen Spielchen der Gegenseite Einhalt geboten werden.
    Vorsicht vor Anwälten, die jetzt -nach jahrelanger Ruhezeit- auftreten und vor allen Dingen denen, die über Schutzvereine / Schutzclubs oder mit „abgestuften Verfahren“ Geschädigte bewerben.

  2. Fritz Kuhn Says:

    Die Voba Friedrichshafen hat eben garnichts im Griff. Das ist auch kein Wunder bei den Vorgängen, die in letzter Zeit an die Öffentlichkeit gedrungen sind.

  3. vobaschaden Says:

    Und die ganze Prozessiererei muß von den Mitgliedern/Bankteilhabern bezahlt werden. Bänker: Gebt den den Menschen das Ersparte zurück und lasst den Unsinn!

  4. manfredr Says:

    Den Kunden/Mitgliedern dieser Volksbank Friedrichhafen wird schon einiges zugemutet. Erst kürzlich berichtete die Lokalpresse, dass sich Vorstand und Aufsichtrat bekriegen. Da macht man schon mal Front gegen einen Kunden, dem DG Fonds (heute pleite) als „sicher“ und „wertbeständig“ untergejubelt wurden. Trotz eindeutiger Rechtslage ging man in die Berufung und hat sich abermals blamiert. Auf Kosten der Kunden/Mitglieder wurde aussichtslos durch die Instanzen geklagt. Es ist nun angetan, die Konsequenzen zu ziehen und die Verantwortlichen bei der Volksbank Friedrichshafen zur Rechenschaft zu ziehen.

  5. Volksbank Friedrichshafen gibt auf « Bankgenosse's Blog Says:

    […] Erst im November 2011 hatte die Bank noch einen interessanten Vergleichsvorschlag abgelehnt (Wirberichteten). Anscheinend ist dem Bankvorstand jetzt klar geworden, dass er sich völlig verrannt hat. Die Bank […]

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