Südwestbank-Clowns geben blamable Vorstellung vor dem OLG Stuttgart

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Vom Niveau her sei man jetzt ganz unten angekommen, rügte Richter Stehle die beiden Vertreter der Südwestbank bei der gestrigen DG-Fonds-Verhandlung (, AZ: 9 U 132/11) beim Oberlandesgericht Stuttgart. Das Duo Schneider & Tobelander – der Justitiar der Südwestbank und sein Rechtsanwalt gaben eine Vorstellung, die das Gericht und die Zuhörer gleichermaßen entrüstete. So mussten die Bankvertreter mehrfach vom Richter zurecht gewiesen werden – Schneider, der unter Anlegern ohnehin schon seit längerem als „nicht ernstzunehmende Witzfigur gehandelt wird, fiel vor allem durch sein schlechtes Benehmen auf. „Dass Moral und Anstand bei diesen Leuten nicht zuhause sind, wussten wir“, sagte ein Anleger und ergänzte in Bezug auf den Südwestbank-Justitiar: „dass eine derart niveauloser Mensch in einer solchen Position gehalten wird, spricht nicht gerade für die Personalpolitik dieser Bank“.

Eigentlich sei alles geklärt, bis auf die Anrechnung der Steuervorteile, da diese in diesem Fall höher seinen als bei vorangegangenen Urteilen, sagte Richter Stehle gleich zu Beginn der Verhandlung. Daher müsse über deren Anrechnung diskutiert werden. Diesen Hinweis musste Stehle im Verhandlungsverlauf mehrfach geben, da die Bankvertreter immer wieder versuchten, von diesem Sachverhalt abzulenken und die Gespräche auf irrelevante Nebenschauplätze zu verlagern.

Der vorsitzende Richter Stehle wies Schneider mehrfach darauf hin, dass er sich vor Gericht befinde und dass er das Gericht nicht zu belehren habe, sondern gute Argumente liefern sollte, wozu Schneider aber offensichtlich nicht in der Lage war. Stattdessen zog dieser es vor, das Gericht anzupöbeln. „Sie blamieren sich mit dem Urteil“. Mit einem in seinen Augen fehlerhaften Detail in einem Urteil vom Dezember wollte Schneider das Gericht bloßstellen. Richter Stehle  musste dem rüpelhaften Bankvertreter klar machen, was ihm vor Gericht zusteht und was nicht: „Sie können auch nach Schreibfehlern suchen und diese aufzählen, doch das wird für die Sache nichts bringen“.

Auch Anwalt Tobelander gab kein gutes Bild ab. Zur Sache konnte er nicht viel sagen – vielmehr versuchte er, durch ständiges Abschweifen vom tatsächlichen Sachverhalt abzulenken – was von Richter Stehle immer wieder unterbunden werden musste. „Sie sollen hier keine Vorlesung halten, sondern Argumente liefern“. Davon wenig beeindruckt, versuchte Tobelander, Urteile zu nennen und zu zitieren – der Richter konterte: „Gehen Sie davon aus, das wir die Rechtssprechung kennen und uns nicht von Ihnen belehren lassen müssen“. Obwohl Tobelander mit extremen Ausschweifungen die Verhandlung unnötig in die Länge zog, ist es ihm so gut wie nicht gelungen, einen grammatikalisch vollständigen Satz zu sprechen – stattdessen verhaspelte er sich in Einschüben und Nebensätzen – seine Ausführungen waren weitgehend inhaltslos und blieben unverständlich.

So erklärte Richter Stehle auch in seinem Schlusswort, dass er über diese Entwicklung im Umgang mit dem Gericht sehr besorgt sei. „Wir kennen und schon ziemlich lange“, wandte er sich vor allem an Dr. Schneider, „und ich habe Sie so noch nie erlebt“. Man sei jetzt an einem Punkt angekommen, wo es so nicht mehr weitergehen könne.

Nach langem, nervenaufreibenden Pokerspiel wurde ein Vergleich geschlossen: Die Südwestbank entschädigt den Anleger mit 36.000 Euro zuzüglich 50 % der außergerichtlichen Anwaltskosten. Wenn sich der vorsitzende Richter Stehle und die in DG-Fonds-Sachen ebenfalls nicht unerfahrene Richterin Schlenker nicht so massiv für einen Vergleich eingesetzt hätten, wäre es nach mehrfacher Ablehnung aller Vorschläge durch Bankvertreter Schneider nicht zu einer Einigung gekommen und die Kammer hätte ein Urteil sprechen müssen. Schneider wollte bis zuletzt die Einigung verhindern – selbst als es nur noch um eine Differenz von weniger als 1000 Euro ging. „Wenn es zu keiner Einigung kommt, nehme ich ins Protokoll auf, wie hoch die Differenz war“, kündigte Richter Stehle an, „denn das wird den BGH auch interessieren“.

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9 Antworten to “Südwestbank-Clowns geben blamable Vorstellung vor dem OLG Stuttgart”

  1. vobaschaden Says:

    Nun ja, so ist eben die Stimmung vor dem Untergang der Genossenschaftsbanken. Panik auf dem sinkenden Schiff. Rette sich, wer kann.

  2. vrbankopfer Says:

    Diese beiden Bankenanwälte betrachte ich als eine Schande für diesen Berufsstand.
    Ihre Ausführungen mögen zwar unterhaltsam sein, aber leider nicht mehr originenell.
    Merken diese Anwälte nicht, dass ihr Verhalten eher kontraproduktiv ist und letztendlich vom Ergebnis her inzwischen der Südwestbank mehr schaden als nutzen?
    Ich habe den Eindruck, dass sie selbst von den Richtern des OLG Stuttgart nicht mehr ernst genommen werden.
    Den Anlegern kann es nur Recht sein, denn die Verhandlungsserie gegen die Südwestbank ist ja erst richtig angelaufen. Wenn die Südwestbank am Ende verliert und zahlen muß, kann man auch auch eine schlechte Vorstellung von diesen Akteuren über sich ergehen lassen.

  3. K. P. Altmann Says:

    Ja, irgendwann hat das Anarcho-Duo Doc C. Snider und sein Rechtsbeuger Tob E. Lander eben erkannt, dass diese Sache nicht in ihrem Sinne ausgehen wird. Anstatt zu ihrer Verantwortung zu stehen und rechtzeitig ein akzeptables Angebot zu unterbreiten geben sie die rotzigen Buben, beschäftigen die Gerichte bis zum Anschlag und versursachen dabei (einschließlich eigener) immer mehr Kosten für den Steuerzahler. Aber das ist ja wurscht, solange die SW-Bank ihren Rechtsclown bezahlt und der andere regelmäßig sein Honorar bekommt. Vergelt´s Gott, aber bitte gerecht!

  4. Fritz Kuhn Says:

    Recht so. Auch eine interessante Seite: http://www.willkuergegner.de/

  5. Marion Janssen Says:

    Ich habe es zuvor jedenfalls nie erlebt, dass ein Richter für seine Worte tosenden Beifall aus dem Publikum erhalten hat. Insofern war diese Veranstaltung einzigartig.

  6. Norbert Bilger Says:

    Nach dem jämmerlichen Schauspiel der SWB-Anwälte während der Verhandlung, bei der der Richterden den Dr. Schneider der SWB mehrfach zurechtgewiesen hatte, gab es ein zweites Schauspiel vor dem Gerichtssaal bei dem ein Mitstreiter aus unserer Reihe den immer besser wissenden Dr. Schneider seine Meinung gesagt hat und zwar mit einer solchen Deutlichkeit, besser hätte es keiner von uns formulieren können.

    Danke dafür.

  7. Konz Says:

    Die Südwestbank ist schon übel drauf. Ich habe im Benehmen ähnliche Erfahrungen mit Mitarbeitern gemacht. Fachlich haben die absolut keine Ahnung. Behaupten ständig irgendwelche Dinge, die rechtlich völlig falsch sind. Werden unverschämt setzen einen unter Druck. Selbst wenn man an den Vorstand schreibt kommt nur Mist rlüber. Wenn die so weitermachen sind sie eh bald Pleite.

  8. Bernd Siegmund Says:

    Sicherlich gibt es vor Gericht verschiedene Situationen. Recht haben und Kriegen ist zweierlei!!! Mit der Südwestbank habe ich nur positive Erfahrungen! Sind die Großbanken nicht noch schlimmer! Wir haben doch aus der Vergangenheit gelernt???!!!

    • Norbert Bilger Says:

      Herr Siegmund,
      es ist sehr schade dass Sie kein DG-Anlagegeschädigter durch die Falschberatung der SWB sind,sonst könnten Sie nicht so dumm daherreden. Sie wissen genau dass hunderte von Anlegern durch diese Falschberatung ihre Altersvorsorge verloren haben.

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