Fusion: Volksbank Balingen probiert’s mal wieder

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Nach dem gescheiterten Fusion mit der Volksbank Rottweil startet die Volksbank Balingen einen neuen Versuch. Das 150 Jahre alte Institut will seine Eigenständigkeit aufgeben und mit der Volksbank Hohenzollern fusionieren. Im Fusions- und Jubiläumsjahr scheint die Angst der Vorstände Luippold und Calmbach vor den Mitgliedern besonders groß: Denn obwohl man in Balingen mit der „Volksbank Messe“ einen ausreichend großen Versammlungsraum hätte, um eine Generalversammlung mit allen Mitgliedern zu veranstalten, zieht man es vor, die Mitglieder in dezentralen „Mitgliederversammlungen“ abzufertigen. Diese „Mitgliederversammlungen“ sind jedoch rechtlich ohne jede Bedeutung – die Mitglieder haben kein Stimmrecht. Die Entscheidungen werden zuvor im kleinen Kreis der „Vertreterversammlung“ gefällt. Oder besser: Abgenickt.

Fazit: Direkte Demokratie wäre bei einer Genossenschaft dieser Größe zwar problemlos möglich – erwünscht ist sie nicht. Wenn die „Direktörchen“ stolz verkünden, der Genossenschaftsidee gehöre die Zukunft, so sollten die Mitglieder wissen, dass damit nicht die Idee der Gründerväter Raiffeisen und Schulze-Delitzsch gemeint ist, sondern eher die Idee, wie man eine gute Sache so verbiegen kann, damit man selbst am besten wegkommt.

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Eine Antwort to “Fusion: Volksbank Balingen probiert’s mal wieder”

  1. Volksbankgeschädigter Says:

    Das gleiche Phänomen läßt sich fast überall beobachten. Eine „kranke“ Volks- oder Raiffeisenbank bietet sich zur Fusion an, eine andere noch „halbgesunde“ übernimmt sie. Nach einiger Zeit ist das neue Bankgebilde dann wieder „sterbenskrank“ und bietet sich der nächsten Volks- oder Raiffeisenbank an. Auf diese Weise sind schon einige Tausend Volks- und Raiffeisenbanken verschmolzen, innerhalb der letzten 30 Jahre allein 2500 Institute. Leider wurde die ganze Szenerie auf dem Buckel der Mitglieder ausgetragen. Profiteure waren die Vorstände und die Verbundunternehmen. Sehr schade, denn diese Entwicklung hat die ursprüngliche Raiffeisenidee nicht verdient.

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