Widerrufsmöglichkeit von Darlehensverträgen

by

Darlehensvertrag-BankgenosseIn letzter Zeit war in den Medien vermehrt über die Möglichkeit des Widerrufs von abgeschlossenen Darlehensverträgen berichtet worden. Dies betrifft insbesondere Darlehensverträge, welche im Zeitraum ab 2002 bis etwa 2008 und 2010 abgeschlossen wurden.

Laut Auskunft der Verbraucherzentrale Hamburg sollen in diesem Zeitraum etwa zwei Drittel der verwendeten Widerrufsbelehrungen fehlerhaft sein, was dazu führen soll, dass noch heute damals abgeschlossene Darlehensverträge widerrufen werden können.

Ein erfolgreicher Widerruf hat die für den Darlehensnehmer erfreuliche Rechtsfolge, dass einerseits die aktuelle Darlehensschuld neu berechnet wird. Hierbei wird nicht vom seinerzeit vertraglich vereinbarten Zinssatz, sondern vom gesetzlichen Zinssatz ausgegangen. Ferner besteht die Möglichkeit im Falle eines erfolgreichen Widerrufes, das Darlehen vorzeitig ohne Anfall einer Vorfälligkeitsentschädigung umzuschulden und den aktuell deutlich günstigeren Zinssatz zu vereinbaren.

Eine Nachfrage des Schweinfurter Fachanwaltes für Bank- und Kapitalmarktrecht Dr. Michael Schulze bei einem für den Genossenschaftsverband tätigen Rechtsanwalt hat ergeben, dass dieser der Auffassung ist, dass nicht etwa 2/3 der verwendeten Widerrufsbelehrungen fehlerhaft seien. „Tatsächlich dürften 98 % der Widerrufsbelehrungen fehlerhaft sein“, so der regelmäßig auf Bankseite tätige Rechtsanwalt aus dem Raum Frankfurt am Main.

„Die bankseitige Verteidigung gegen den erklärten Widerruf ist argumentativ recht schwach“, so Dr. Michael Schulze. „Üblicherweise wird allein die Rechtsmissbräuchlichkeit des erklärten Widerrufes sowie eine angebliche Verwirkung eingewandt“. Ansonsten legen die Banken ein bereits aus den DG-Fällen bekanntes Verteidigungsverhalten an den Tag. Der Bundesgerichtshof sollte ursprünglich am
23.06.2015 über das bankseitig stets vorgebrachte Argument der Verwirkung entscheiden.

Bankseitig wurde eine entsprechende Entscheidung des Bundesgerichtshofs dadurch verhindert, dass man sich mit der dortigen Klägerin großzügig verglich, so dass dem Bundesgerichtshof die Möglichkeit genommen wurde, dieses Argument abzulehnen.

„Gerne überprüfen wir Ihre Darlehensverträge kostenfrei auf eine gegebene Widerrufsmöglichkeit“, so Rechtsanwalt Dr. Michael Schulze. „Erst nach erfolgter Prüfung entscheiden Sie, ob der Widerruf erklärt werden soll oder nicht. Zuvor fallen keine Kosten an.“

Advertisements

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: