Eine Bank, die alles tut, außer das, wofür sie zuständig ist: Deutsche Bank

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Die Aktie der Deutschen Bank ist auf ein Rekordtief gefallen. Das größte deutsche Geldhaus entwickelt sich mit zunehmendem Tempo zum Sanierungsfall. Das hat seine Gründe: Lange Zeit war es selbstverständlich, dass Banken dazu da sind, den Geldfluss in einer Volkswirtschaft sicher zu stellen und die Kunden mit dem zu versorgen, was sie üblicherweise von einer Bank brauchen: Giro- und Sparkonten, Kredite, Geldanlagemöglichkeiten und sonstige Finanzdienstleistungen. Damit konnte man auskömmliche Renditen erzielen. Das ging so lange gut, bis sich ganz schlaue Leute mit diesen Renditen nicht mehr zufrieden gaben und ähnliche Parolen ausgaben wie die FDP vor ihrem Niedergang: Von 18 Prozent war die Rede. Schnell war auch klar, dass das nicht zu erwirtschaften ist, in dem man anständig das Geschäft macht, das die Kunden von einer seriösen Deutschen Bank erwarten.

So wurde das eigentliche Bankgeschäft zur Nebensache – was nun das Hauptgeschäft ausmachte war weder „Deutsch“ noch „Bank“: An den unmöglichsten Plätzen der Welt war die (immer noch so genannte „Deutsche Bank“) aktiv und zockte, was das Zeug hielt. „Eigenhandel“ nannte man dieses Treiben –„Zocken“ wäre der passende Ausdruck gewesen. Die Bank war fortan kaum noch mit ihren Kunden beschäftigt, sondern in erster Linie mit sich selbst. Und mit internationalen Märkten und Schauplätzen, die sich mit komplizierten Finanzprodukten beschäftigten, die man bei der Deutschen Bank nicht nur kräftig handelte, sondern auch selbst kreierte und verkaufte, ohne sie jemals richtig zu verstehen.

Doch nicht nur die Kunden waren der Bank lästig, sondern auch die Finanzaufsicht Bafin. Deshalb gründete man Zweckgesellschaften, die außerhalb der Aufsicht der Bafin lagen und daher so ziemlich alles durften (oder meinten zu dürfen), was die Bafin aus gutem Grund verboten hat. Das Ergebnis wird seit Jahren scheibchenweise sichtbar: Nach und nach fliegt der Bank alles um die Ohren, was skrupellose Vorstände in Kooperation mit untätigen (oder unfähigen?) Aufsichtsräten in ihrer durch Gier verursachten Verblendung angerichtet haben. Die Verursacher selbst haben daran gut verdient und sich größtenteils mit komfortabler finanzieller Ausstattung vom Scherbenhaufen „Deutsche Bank“ verabschiedet. Als nächstes wird wohl wieder der Steuerzahler zur Kasse gebeten. Der kann für die aktuelle Situation des Geldhauses ungefähr so viel wie die Einwohner Aleppos für die jüngsten Bombenangriffe – trotzdem muss er dafür büßen.

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